4/16/2016

Unterwegs sein ist unterwegs sein ist unterwegs sein




Keine Reise ist wie die andere. Niemals. Nie. Das liegt daran, dass man stets neues erlebt und anderes sieht. Außerdem gibt es  hunderte unterschiedlicher Arten unterwegs zu sein. Trampend, mit der Bahn, dem Flugzeug, ohne Geld, mit Geld, mit Freunden, allein.... Meistens plant man seine Reise um ein Land herum, dem der Trip gewidmet sein soll. Ich habe über die letzten Monate eine Reise ohne Ziel geplant. Wobei sich der Planungsaufwand auf ein prägnantes Schlagwort reduzierte: April. Im April wird es sein, zu zweit, ungefähr vier Wochen lang. Der Grund für diese unkonkrete Reiseplanung liegt entweder darin, dass ich mich schlecht entscheiden kann und mir alle Möglichkeiten offen halte so lange es geht, oder sie ist ein Indiz dafür, dass es um mehr eigentlich nicht geht. Unterwegs sein ist unterwegs sein ist unterwegs sein egal wo. Jedenfalls fast.

Wenige Tage vor Beginn wurde die Route mit der Buchung eines Interrail Tickets und einem Blick in den Atlas schließlich festgelegt. Berlin - Lyon - Florenz - Rom - Sizilien als Anhaltspunkte mit ständiger Option zur Änderung der Route. Deutschland und Frankreich wollen wir per Anhalter durchqueren, denn unser Interrail One Country Pass ist erst ab der Italienischen Grenze gültig. Bei unserer Abfahrt ist Deutschlands Luft zwar frühlingwarm, doch wir erhoffen uns von Italiens Süden einen Vorgeschmack auf den Sommer.

Es dauert bis zur Ländergrenze bei Freiburg, bis wir wirklich das Gefühl haben eine große Reise zu machen. Nicht zuletzt wegen den Verständigungsproblemen, die sich, kaum französischen Boden betreten, plötzlich auftun. An Tankstellen stotteren wir "Pu ve vu nus omne en direction dö Lyon" und ich finde es nicht zum ersten Mal sehr bedauerlich, nie französisch gelernt zu haben. Trotzdem werden wir mitgenommen und in Lyon verbringen wir schöne drei Tage bei einer guten Freundin. Die Stadt hat Berge, einen Fluss, eine schöne Altstadt und U-Bahnen die vollautomatisch fahren. Manchmal bin ich mit dem Kopf noch irgendwo in Deutschland und manchmal hilft dann ein Bissen französischer Käse mit Baguette.



Der Weg von Lyon nach Italien führt dann natürlich durch die Alpen. Die schneebedeckten Bergspitzen sind eine unglaublich gute Kulisse um sich in verschiedensten Autos und schließlich ein Stück mit dem Bus über Straßen und durch Tunnel zu winden. Zur Dämmerung kommen wir in dem kleinen Bergdörfchen Oulx unter. Ringsherum sind schneebedeckte Bergriesen. "Sie behüten das Dorf" sage ich. "Sie bedrohen das Dorf" sagt Helge.



Und dann und dann und dann fahren wir nach Florenz. 300 km/h mit dem Schnellzug. Da ist es schon Sommer. Ich mag die freundliche Stadt mit ihren vielen Plätzen, Kirchen, Palästen und dem Gewirr von Gassen, dass all das miteinander verbindet. Außerdem hat sich meine geheime Sammlung der schönsten Kirchen, die bis vor kurzem von der Sagrada Familia in der spanischen Hauptstadt dominiert wurde, um einen Punkt erweitert. Die Basilica Santa Croce. Abends machen wir Straßenmusik in den Gassen, die wirken, als würde das touristische Treiben bis zum Morgen andauern.



Nach zwei Tagen machen wir uns mit einem Abstecher zum Schiefen Turm von Pisa auf den Weg nach Rom. Wiederkommen soll man, heißt es, schon bevor man die Stadt erreicht hat. Denn zu sehen gibt es hier unendlich viel.



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