4/25/2016

Mondspaziergang



Berglandschaft aus schwarzem Geröll so weit das Auge reicht. Im Zentrum zwei rauchende Krater. Es ist Frühling, aber hier weht ein kalter Wind und es liegt Schnee. Das könnte die Zukunft sein. Entweder haben wir unserem Planeten nämlich gehörig den Rest gegeben und das hier ist übrig geblieben, oder aber es ist nichts übrige geblieben und die Menschheit lebt nun auf dem Mond. Mondlandschaft stelle ich mir nämlich ungefähr so vor, surreale gebilde aus erkaltetem Stein und dieser Eiswind.

In der fast abenteuerlicheren Wirklichkeit spazieren wir aber gerade auf dem Ätna umher, einem der aktivsten Vulkane der Welt. Und der stößt zwar ordentlich Gas aus seinen Öffnungen (rauchende Vulkane gibt es nämlich nicht, hat mich ein Vulkanologe, den ich hier getroffen habe -wen man auf dem Mond halt so alles trifft- empört aufgeklärt) aber ausbrechen tut er, soweit wir das sehen können, nicht. Das ist schade, denn eigentlich wollten wir naiven Vulkantouristen glühende Lava sehen. Aber vielleicht ist es auch gut, angesichts all der schönen Dinge, die kaputt gehen könnten, würde sich dieser Berg in der richtigen Stimmung für ein bisschen action befinden,

Dem Ätna sind in seiner langjährigen Geschichte immer wieder ganze Orte zum Opfer gefallen und noch immer haben die Sizilianer ein waches Auge auf den launischen Herrscher der Insel. Wärend der Mondwanderung durch erkaltetes Vulkangestein denke ich deshalb, dass dieser Berg mit Vorsicht zu genießen ist. Und über "die richtige Perspektive" denke ich nach. Wenn man zu viel Zeit in großen Städten verbringt, könnte man nämlich auf den Gedanken kommen, das die Menschheit nach herzenslust betonniert und asphaltiert. Wenn aber der Ätna aus seinem Schlaf erwacht, hilft es nicht viel, eine schöne Mauer gebaut zu haben.


Kommentare:

  1. Als ich da war sah der ganz anders aus! komplett mit Schnee bedeckt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das muss ganz schön Geil gewesen sein als du da warst! Lava und Schnee..

      Löschen