3/16/2016

Anna



Anna und ich treffen uns im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, laufen zusammen die Marienburger hoch und trinken einen Kaffee. Erst will ich sie einladen und habe dann nicht genug Geld dabei. Ich frage sie nach ihrem Berlin. Irgendeinem Ort der Stadt der für sie besonders ist. Wir fahren zum Velodrom, weil man da auf dem Dach so viel Himmel sieht. Das verstehe ich. Das ist wie Freiheit am Meer. Das hat was mit Weite zu tun und Unendlichkeit. Und oft stört es mich an Berlin, dass man zwischen zwei Häuserwänden meistens nur ein Viereck Himmel sieht. 

Ich habe Anna kennen gelernt, als sie mich fragte, ob ich Pipi Langstrumpf auf Gitarre spielen kann. Dann haben wir einige Zeit in einem Tipi am Feuer gesessen und geübt. D Em A G, vier Akkorde. Wenn ich jetzt an Anna denke fallen mir viele Lieder ein. Ein Kanon den sie mir beigebracht hat. Auf Waldspaziergängen singend, singend, singend. „Walzer für Niemand“ von Sophie Hunger im Duett mit Gitarrenbegleitung. Der Soundtrack des Films „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ von Bruno Coulais, weil ich manchmal frage: „Kannst du das bitte singen, das ist so schön!“

Manche Menschen sagen, wir wären uns in gewisser Hinsicht ähnlich. Vielleicht auch nur, weil ich auch ständig singe. Oder weil wir Beide so viel Quatsch erzählen.


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