5/01/2015

Weiter nordöstlich bis Nowra

Bevor wir von Nancys Haus nahe Melbourne aufgebrochen sind, um unsere Reise, die ihrem Endpunkt "Sydney" nun immer näher kommt, fortzusetzen, fragte uns Nancy mit verschmitztem Grinsen "Are you looking forward to sleep in your car again?". Und obwohl diese Frage im Hinblick auf das immer kälter werdende Wetter und den angekündigten Regen auf eine ganz bestimmte Weise gemeint war, und ich zugegeben nicht weiß, wie Helge auf die Frage antworten würde, muss ich doch sagen: "Yes I am. Somehow". Und deshalb habe ich auch tatsächlich die erste Nacht, die wir wieder mit unserem weißen Ford Falcon vereint, in strömendem Regen verbrachten, irgendwie genossen. Unser erster größerer Zwischenstop für einen Tag war im National Park "Wilsons Promontory", in dem wir den Berg "Oberon" bestiegen und aufgrund unseres Schwarzcampens, quasi direkt auf dem im Park gelegenen Campingplatz, früh aufstehen mussten und dem Strand "Squeaky Beach" einen Besuch bei Sonnenaufgang abstatteten.

Unser weiterer Weg führte uns ein Stück direkt am Ufer des Snowy Rivers entlang. Weil wir beide inzwischen zum Glück schon ein bisschen in australischer Filmkultur erfahren sind, mussten wir natürlich an "The man from Snowy River" denken. Und als wir in der folgenden Nacht an den Ufern des Snowy Rivers unser Nachtquartier einrichteten, hatten wir das Gefühl, nach und nach Eins mit dem Fluss zu werden. Ob das Wasser nun von oben kommt oder neben einem entlang fließt, nasser könnte es wahrscheinlich nicht werden.

In Malacoota haben wir von dem über die Ufer getretenem See profitiert und mit einem geliehenen Motorboot eine Bootsfahrt gemacht. Außerdem konnten wir zwei Seelöwen bewundern, die wohl oft, wenn Fischer am Ufer ihre Fische ausnehmen, zugegen sind und auf einen guten Happen warten.

Und schließlich sind wir mal wieder an einem Ort angekommen. Seit zwei Tagen wohnen wir nun im Haus von Rob und Kay, die wir an einen früheren Punkt unserer Reise getroffen haben, als die beiden selbst mit ihrem Caravan durch das Land gereist sind. Die erste Begegnung mit Rob und Kay war am Abend eines regnerischen Tages auf einem kleinen Picknickplatz, am Eingang mit einem großen "Campen verboten"-Schild markiert. Wir haben nach einem Platz für die Nacht gesucht und den riesigen Camper der beiden direkt hinter besagtem Schild stehen sehen. Auf unserer Frage, ob wir uns für die Nacht neben den Caravan stellen könnten, fragte Rob verdutzt "wieso nicht? Das ist alles Aussieland." Trotz des schlechten Wetters und der Abenddämmerung kam Rob in der folgenden halben Stunde noch drei Mal aus seinem Caravan nur um uns mittzuteilen, dass, wenn wir irgendetwas bräuchten, IRGENDWAS, ganz egal, wir einfach an seine Tür klopfen sollten. Die kleine Rede endete mit dem Ausspruch, das der Reichtum der Nation nicht in den Bodenschätzen liegt (nein, ganz und gar nicht), sondern in der Jugend. Ob das jetzt die australische oder die deutsche Jugend ist, ganz egal. Am Morgen klopfte ich tatsächlich an die Tür des riesigen Caravans, wegen Kaffee. Und anschließend saßen wir mit Rob und Kay zusammen und erhielten eine Beschreibung der schönsten Plätze, die wir noch besuchen sollten, inklusive ihrer Telefonnummer und Einladung sie zu besuchen, wenn wir durch ihre Stadt kommen würden.

Da sind wir nun in Nowra und haben einen ereignisreichen Tag hinter uns. Die Tochter der beiden besitzt ein Café in der Innenstadt, und macht den besten Kaffee der Welt. Aufgrund unserer guten Connections für uns kostenlos und unbegrenzt. Nach dem morgendlichen Kaffee nahm Rob uns mit auf eine kleine Wanderung zu einem der favorisierten Strände der beiden. Von dem sind wir nun so begeistert, dass wir Morgen dorthin zurückkehren, um schnorcheln zu gehen. Rob wird mitkommen, um uns einen Oktopus zu zeigen. Wir sind gespannt.
Mount Oberon. Wilsons Promontory

Eine Bootsfahrt..



Und immer wieder viele Kängurus..

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