5/16/2015

Sydney

Als Stadt irgendwie Sinnbild für Australien. Für uns die meiste Zeit weit weit weg, aber Kilometer für Kilometer haben wir uns näher heran getastet.

Wir haben in einem Hostel eingecheckt, zusammen mit zwei befreundete Volontären die wir im Govinda Valley kennen gelernt haben. Es kommt uns vor, als würden wir nun ein bisschen mehr Einblick kriegen, in eine Backpackerwelt, die bis jetzt an uns vorbei gegangen ist. Mir gefällt es sehr in unserem kleinen Hostel, mit unserer kleinen Gruppe von vier Leuten. Eine Insel mitten im pulsierenden Zentrum Sydneys. Drei Tage verbringen wir hier, die vollgestopft sind mit Erwartungen. Wir wollen: schon mal ein bisschen Abschied nehmen von Australien, auch wenn wir noch einmal für ein paar Tage zurückkehren. Sydney sehen, von oben bis unten, Kopf bis Fuß. Und immer noch unser Auto verkaufen!

Die folgenden Tage sind schön, aber auch sehr nervenaufreibend. Unser Flugtermin nach Bali rückt immer näher und es findet sich einfach kein Käufer für unseren Ford Falcon. Unsere anfängliche Gelassenheit schwindet mit den Stunden und wir verbringen viel Zeit damit, im Internet Werbung für unser Auto zu machen und Flyer in Hostels zu verteilen. Dann kommt der Moment, in dem es unvermeidbar wird, den Verkaufspreis langsam zu senken und plötzlich schwinden die hundert Dollar rasant. Trotzdem versuchen wir so viel von der Stadt mitzunehmen, wie es nur geht und erkunden deshalb mit den beiden anderen jeden Nachmittag und Abend die Stadt. Sydney ist beeindruckend, imposant, bei Nacht wunderschön, lebendig. Vielleicht haben wir zu wenig Zeit um Sydney wirklich zu erfassen, aber es reicht, um das Gefühl zu haben, da zu sein.

Schließlich bricht der letzte Tag an, bevor wir das Land verlassen. In der Nacht davor schlafen wir beide schlecht. Ich träume von unserem Auto, was wir nicht verkauft kriegen. Am Morgen um 8 Uhr haben wir einen Termin mit zwei Backpackern, die sich unser Auto anschauen wollen und an dieser Stelle beginnt der wahrscheinlich schrecklichste Autoverkauf, der in meinem Leben stattfinden wird. Die Kurzfassung lautet: beim Probe fahren unseres Autos fährt der potenzielle Käufer mit unserem Auto in das vor uns parkende Auto hinein. Einfach Rumms. Was bleibt ist ein Lackschaden und meine erstaunte Erkenntnis, dass, wenn man denkt es könnte schlimmer nicht kommen, immer noch was geht.

Am Ende hat der Unfallverursacher trotzdem unser Auto gekauft und wir ihm eindringlich klar gemacht, dass er sich als Unfallverursacher melden muss. So viel zu dem Thema und nun kann endlich das erleichterte "Ahh" für den erfolgreichen Verkauf unseres Autos folgen.

Jetzt packen wir gerade unsere Sachen und stellen erstaunt fest, dass wir morgen Abend nicht mehr in Australien sind. "Ich komm aber wieder!!" ist eigentlich das Einzige was ich zum Schluss noch zu sagen habe.




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