3/23/2015

My castle is your castle


Es fühlt sich großartig, an in Australien zu sein, so viel schon Mal zum Anfang. Ich möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören damit.

Wir haben einen Job für zwei Wochen, für den wir morgens, vor Sonnenaufgang, aufstehen und manchmal 10 Stunden am Tag arbeiten. Kartoffelernten. Aber dass das anstrengend ist, laut und dreckig und einen am Ende des Tages todmüde ins Bett fallen lässt, macht eigentlich nichts. Wochenende fühlt sich nur einfach wieder wie Wochenende an und abgesehen vom Aufstocken der Reisekasse ist es vielleicht sogar das eine siegreiche Grinsen am Tag wert: "Hey, heute was geschafft. Gefühlte 1000000 Erdklumpen, Steine und faulige Kartoffeln aus den frisch geernteten heraus sortiert. Vier voll beladene Road Trains losgeschickt damit, Yihaa, das Land bloß nicht in einen Pommes Engpass gerät." Außerdem hab ich mich mal wieder in die Kleinigkeiten verliebt. Zum Beispiel der Sonnenaufgang am Morgen, während man hinten auf der fahrenden Erntemaschine steht und sich der Himmel in allen Rottönen färbt. Oder eben das Meer, was man tatsächlich vom Feld aus sehen kann. Und manchmal findet man unter den geernteten Kartoffeln Steine mit seltsam glatter Oberfläche oder unnatürlichen Einkerbungen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind dies Steine der Aborigines. Wir haben bis jetzt zwei dieser Sorte gefunden und sie Gareth geschenkt.

Gareth ist unser Gastgeber solange wir in Warrnambool arbeiten. Kennengelernt haben wir ihn durch Zufall in einem Pub, in dem er uns spät abends anbot, in seinem Atelier zu schlafen. Gareth ist nämlich Künstler und so kam es, dass wir die Nacht in einem Raum zwischen einer Menge Skizzen, Bildern, Leinwänden und Farbtuben verbrachten. Mir ist es mal wieder wichtig zu erwähnen, dass es bei Gareth guten Kaffee gibt. :D Außerdem aber noch, dass sein Haus voll ist mit Kunst und ein bisschen Ramsch, uns beiden aber gut gefällt. Deshalb, und weil Gareth am nächsten Morgen zwischen Abendessen und Filmgucken fröhlich erwähnte "My castle is your castle" sind wir geblieben.



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