2/11/2015

Hommage an Dome

Das Café Dome ist also zu einem dieser Plätze für uns geworden, bei dem man meint, ihn in- und auswendig zu kennen. So ein Ort, an dem man so viel Zeit verbringt, dass es einem manchmal so vorkommt, als würde sein eigentliches Zuhause, in dem, mit viel Holz, Spiegeln und braunen Ledersesseln eingerichteten Raum, mit der großen Kaffeetheke in der Mitte, liegen. Und man hat schon ein bisschen dort gelebt, weil man frohe Tage hatte, resignierte Tage, stolze Momente und unangenehme Missgeschicke. Es bleibt etwas von dem Monat Kellner-Arbeit zurück und zu dem Namen "Dome" hat sich das Gehirn eine neue Verknüpfung überlegt. Ich habe entdeckt, dass ich mich in schwarz-weiße Schürzenuniform "hineinlebe" und dass ich, wenn ich mich zwischen den Aufgabenfeldern Essen servieren, Tisch abräumen, abwaschen und Kaffee servieren entscheiden kann, immer den Kaffee wählen würde. Weil ich dann für einen kurzen Moment tief einatmen und den wunderbaren Kaffeeduft riechen kann. Wenn wir jetzt weiterreisen, wird es vielleicht den einen oder anderen Morgen geben, an dem ich mich frage, warum mir heute eigentlich noch keiner die Frage "Liebe Kira, wie geht es dir Heute?" gestellt hat, wie es eine unserer Kolleginnen für gewöhnlich tat, um von mir die Antwort "Ausgezeichnet, und dir?", zu hören zu bekommen.

An sehr geschäftigen Tagen konnten einem vor lauter Caféarbeit schon mal wortwörtlich "die Ohren klingeln", denn jeder fertige Kaffee und jedes fertige Gericht was zum Servieren bereit stand, wurde dem Personal mit einem Klingeln angekündigt. Spätestens nach der ersten 6 Stunden Schicht hatte sich das Kellnerohr so sehr auf das Klingeln fixiert, dass es im Café noch so laut sein konnte, das Geräusch der Glocke hörte man durch den größten Lärm und aus der weitesten Entfernung. An manchen Tagen selbst auf dem Heimweg noch.

Und wahre Glücksmomente waren solche, in denen die Küche oder die Kaffeetheke einen Fehler machte und man ganz unerwartet mit Eiskaffee, Muffin oder Eiscreme gesegnet wurde. Zwischen Dome Kollegen teilt man brüderlich. Manchmal sogar das, was man sich zur Schichtpause in der Brotdose von Zuhause mitgenommen hat.

Heute geht unsere Reise weiter, Richtung heißer Wüste, dem "Nullarbor". Heute brechen wir unsere Lager ab und es heißt "Auf Wiedersehen" an alles was wir hier kennen gelernt haben. Und ein dickes Dankeschön, es war schön hier. :)


Das Foto nach dem wir am meisten gefragt wurden

Kommentare:

  1. Sieht seriös und gut gelaunt aus. Bestimmt ein Glücksmoment. Gute Weiterreise und Ankommen!

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  2. irgendwie bringt mich das foto zum lachen, weiß auch nicht.

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  3. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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