1/03/2015

"Hello, we are looking for a job"

 "Esperance" heißt unser nächster "Place to be", wärmstens empfohlen von Christian und Karleen. "Unglaublich schöne Strände, wir sind da mal mit Delfinen geschwommen und die Kängurus sitzen dort Abends am Strand" waren die magischen Worte, wegen denen wir uns auf den Weg zu der kleinen Küstenstadt machten. Kalgoorlie und Esperance liegen für australische Verhältnisse mit ihren ca. 400 km Distanz ja auch quasi direkt nebeneinander.

Das was wir uns von Esperance erhoffen, ist aber neben wunderschöner Natur vor allem: Ein Job. Und deshalb tigern wir direkt nach unserer Ankunft auch schon durch die Straßen, von Restaurant zu Bar zu Café. Bewaffnet mit den Worten: "Hello, we are looking for a job!" Weil die schlagfertige Antwort darauf fast immer "Have you got a Resume?" lautet und wir dank Handyübersetzer das uns unbekannte Wort "Resume" als "Lebenslauf" übersetzen, ist relativ schnell klar: Sowas brauchen wir. Und zwar in Englisch. Der Herausforderungen nicht müde, machen wir uns direkt am nächsten Tag ans Werk und basteln aus dem, was wir beide schon alles erlebt haben, zwei formschöne Lebensläufe zusammen. Die lassen wir dann von einem australischen Camper auf unserem Campingplatz, der gerade aussieht, als würde er sich langweilen, gegenlesen, kaufen Umschläge, drucken aus und tüten ein. Der nächste Gegenangriff auf "we are looking for a job" durch "have you got a resume?" wird geschickt gekontert durch ein "Yes, of course" und das Hervorziehen eines weißen Umschlags. Nachdem wir acht Resumes verteilt haben, sind wir allerdings endgültig im Wartemodus angekommen. Der Tagesrhythmus ist: Aufstehen, frühstücken, sämtliche Kaffes abklappern und nachfragen, wie es aussieht, weitere Resumes abgeben, abendessen, schlafen gehen. Wir haben noch nicht mal einen Job und trotzdem keine Zeit für die Schönheit von Esperance, oder einfach nur zum "mal rumliegen". An Silvester gehen wir um 9 Uhr abends zum Feuerwerk an den Strand. Es ist wunderschön, aber nachdem es vorbei ist wünschen sich alle Leute ein frohes neues Jahr und gehen nach Hause. Am liebsten würde ich sagen "Hey Leute, ihr habt da was falsch verstanden. Ihr könnte doch nicht Neujahr feiern, bevor das neue Jahr überhaupt angefangen hat. Das ist gegen die Regeln". Aber... mein Englisch ist dafür zu schlecht. Na gut, Silvester verschlafen wir dann also.

Morgens, am zweiten Dezember, kommt dann ein Anruf, den ich entgegennehme. Leider verstehe ich ziemlich wenig. Vielleicht weil der Mann am anderen Ende ein bisschen nuschelt, oder weil er englisch spricht, oder weil die Verbindung schlecht ist. Morgen um neun Uhr haben wir jetzt einen Termin und vielleicht einen Job. Soweit ich das verstanden habe. Wir werden sehen.


Der "Baumstamm" hält die Kofferraumklappe offen die sonst runter fallen würde. Supergute Erfindung von Helge

Kommentare:

  1. Frohes Neues 2015, ihr seid angekommen im Januar, der Anruf auch :-)

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  2. Sieht ja super gemütlich aus bei euch. Aber Kira, seit wann kuschelst du denn mit Reifen? ist das nicht ein bisschen hart? Ich hoffe es klappt mir eurem Job!
    *Daumen drück*

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  3. Das daumen drücken hat geholfen. Danke Jojo ;)

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  4. So ein reifen ist bestimmt bequemer als der haarige Helge;)

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  5. Hihi :D Schade das man nicht auf "Gefällt mir" klicken kann. Der doofe Reifen hat im Bett tatsächlich aber eher genervt (dann doch lieber haarig als hart). Jetzt ist er zum Glück draußen, weil wir ihn am Auto brauchen. Schön viel Platz - Aber ohne Ersatzrad ist in Australien trotzdem eher schlecht.

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