12/24/2014

Über Land und Leben und Begegnungen mit Leuten

Western Australia soll ja ganz anders sein. Generell soll es ja in jedem Teil von Australien ganz anders sein als in allen anderen. Laut meinem Reiseführer, den ich in unserer ersten Herberge, dem Hostel, geschenkt bekommen habe, gilt Perth als eine der schönsten Städte der Welt. Vielleicht stimmt das. Eine der ersten Dinge die ich schön fand war, dass das Busfahren kostenlos ist. Ansonsten ist es natürlich sonnig (dafür kann die Stadt aber nichts), das Meer ist innerhalb von 10 U-Bahn Stationen zu erreichen und der Swan-River fließt quasi durchs Zentrum und verschönert das Stadtbild sehr! Wenn man sich Richtung Norden an der Küste entlang aus dem Zentrum herausbewegt, dann bekommt man eine vage Vermutung davon, was Natur in Australien bedeuten könnte. Als wir abends mit der U-Bahn Richtung Stadtrand gefahren sind, habe ich aus dem Fenster geguckt und das erste Mal vorsichtig Australiens "Draußen" gemustert. Trocken, sandig, ein bisschen Gras, ein bisschen Busch. "Da wo die Schlangen wohnen" war die passende Bildunterschrift in meinem Kopf.

Auf den Campingplatz, auf dem wir die letzten Tage verbracht haben, sind wir auf eine Frau gestoßen, die uns anbot, uns mit ihrem Auto dort hin zu fahren. Eine Australierin, die auf der kurzen Fahrt ein bisschen von ihrem Land erzählte. Vor allem allerdings über die giftigen Schlangen, die Haie, die Rate von Überfällen auf Backpacker. "Ich sage das nicht um euch Angst zu machen, sondern um euch zu warnen" sagt sie. Und ich nicke. Sie lässt uns vor der Rezeption aussteigen und wünscht uns eine schöne Zeit in Australien. Dankeschön.

Auf unserem Campingplatz ist sehr wenig Betrieb. Vor allem gibt es Vögel, die wohl so eine Art Krähen sind und Geräusche machen, die man vielleicht am ehesten mit einer Mischung zwischen Kindergeschrei und sterbendem Schwan beschreiben kann. Wir machen Bekanntschaft mit einer kleinen Echse, die manchmal aus dem Gebüsch kommt, um zu versuchen, unser Obst zu klauen. Helge sagt: "Hätte sie nicht so einen Stummelschwanz, wäre es vielleicht ein schönes Tier". Wir locken sehr viele Bienen an, die wir für einige Zeit nicht mehr loswerden, als wir eine Schüssel mit Wasser den Tag über neben dem Zelt stehen lassen. So trocken ist es, dass man mit Wasser die Bienen anlockt. In der Zeit auf dem Campingplatz stehen wir sehr früh auf, gehen morgens im Meer schwimmen und ich traue mich nicht ganz rein, wegen der Haie und der Wellen. Aber das wird von Tag zu Tag weniger und vielleicht ist es an der Zeit, das Jemand "Mach dir nicht in die Hosen, Kira", sagt. An einem Tag ist es so warm, dass wir lieber im Schatten bleiben, um unseren leichten Sonnenbrand nicht zu einem ausgewachsenen zu machen. Eigentlich halten wir die Sonne sogar so wenig aus, dass wir den halben Tag im Schatten neben dem Campingplatz eigenen Pool zubringen und uns abwechselnd abkühlen oder rumliegen. An einem anderen Tag weht dann wieder so viel Wind, dass einem immer wieder richtig kalt wird.

Wenn wir auf den staubigen Straßen Richtung Einkaufszentrum laufen, ist ein immer wiederkehrendes Gesprächsthema: Die Autos. Hier schein jeder den Anderen noch übertrumpfen zu wollen. Hauptsache sein Auto tunen wo es geht. So viel habe ich mittlerweile verstanden und ich bemühe mich Fragen wie: "Was ist denn ein 4x4?" nicht zum dritten Mal zu stellen.

Ein bisschen haben wir Perth und seine Umgebung also kennengelernt, bevor wir Morgen Richtung Osten aufbrechen und wahrscheinlich auch erst gegen Ende unserer Reise wieder hierhin zurückkehren werden.






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