11/20/2014

Raus aus der Höhle


Es ist sehr einfach Zuhause zu sein, in seinem Bett zu bleiben und nur aufzustehen um sich einen warmen Tee zu machen. Die „Ich-vergrab-mich-in-meiner-Höhle“ Taktik funktioniert aber nur so lange ich mich selbst davon überzeuge. So ungemütlich es auch ist ein Bein nach dem anderen über die Bettkante zu schwingen und zu etwas aufzubrechen, was auch immer das sein mag, irgendwie läuft doch alles darauf hinaus. Jedenfalls werde ich unzufrieden wenn ich keinen Plan schmiede, was ich mit mir und meiner Zeit anfangen kann was mich glücklich macht. Und deshalb funktioniert das Pläne schmieden ganz von selbst und ich werfe mir so lange vor dass ich mich keinen Zentimeter aus meiner Komfortzone herausbewege, bis ich es geschafft habe mir selbst den buchstäblichen Tritt in den Hintern zu versetzen. Dafür werde ich dann fast immer belohnt.
Der Plan steht und Morgen beginnt eine kleine Reise richtung Süddeutschland, mit einigen Stationen und kleineren Vorhaben.

 Und jetzt kommt ein kleiner sehr alter Text, der auch davon handelt wie schwierig es manchmal ist sich immer wieder selbst diesen Tritt in den Hintern zu geben. Besonders wenn man noch nicht sehen kann wohin einen das führt.

Auf diesem blauen Sofa

Liebes Universum. Ich sitze hier. Auf einem blauen Sofa in einer kleinen Mietswohnung in einer kleinen Stadt in so ungefähr der Mitte von Deutschland. Ein bisschen westlich vielleicht. Mitteleuropa, Planet Erde, Sonnensysthem. Und ich hab keine Ahnung, ob das alles einen Sinn macht. Weder, dass ich existiere, noch, was genau ich damit anfange, bzw. in Zukunft vorhabe damit anzufangen. Ich habe manchmal das Gefühl, es ist vielleicht nötig, meinen Blick wieder ein bisschen in die richtige Perspektive zu rücken. Mehr von oben vielleicht. Wenn ich in diesem Moment gerade aus der Vogelperspektive auf mich hinab schauen würde, dann würde ich einen kleinen Menschen sehen, eine Miniexistenz, die sich da ganz unten auf dem Boden wie wild abstrampelt. So richtig hat sich die kleine Gestalt da unten noch gar keine Gedanken darüber gemacht, wofür sie überhaupt Kämpfen will und aber trotzdem irgendwie den Kampf einfach mal aufgenommen. Ich bewunder das, wirklich. Aber trotzdem, wenn man sich das so genau anguckt, kleiner Mensch strampelt und strampelt, fehlt mir da ein bisschen die Effektivität. Ein riesiger Energieaufwand, für nahezu keinen Effekt. Und da denk ich mir dann: was soll das? Ist das jetzt so eine Art laufen lernen und irgendwann klappt das mit dem Vorankommen wie geschmiert? Oder mache ich wirklich was falsch? Vielleicht ist es das fehlende Ziel.

Jetzt sitze ich hier auf meinem blauen Sofa und nachdem ich mich aus der Vogelperspektive betrachtet habe, halte ich es für eine gute Idee, kurz mal Inne zu halten mit dem Gestrampel und vielleicht ganz kurz mal auf das zu hören, was dann kommt. Wenn es dann plötzlich nach der ganzen Anstrengung ganz still wird, meine ich. Und das dann auszuhalten. Mein Kopf ist viel zu vollgestopft mit irgendwelchen Dingen. Das meiste davon ist unnützes Zeug und es ist mit Sicherheit sinnvoll von Zeit zu Zeit Balast abzuwerfen. Wenn man sich im kleinen auf bestimmte Dinge konzentriert, von denen man weiß warum man sie tut ist das für sich selbst meistens sowieso besser.

Aber Heute möchte ich nur auf diesem blauen Sofa sitzen, mit niemandem mehr sprechen, nichts mehr schreiben, nichts teilen. Am Ende nur schlafen gehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen