11/03/2014

Junges Leben - Ein Kunstprojekt

Kaja


Ich sage zu ihr "mich beeinduckt irgendwie, wie viel du unterwegs bist und was du alles machst" Sie guckt mich an und schüttelt den Kopf "Das stimmt ja nicht, ich erzähl nur das Andere nicht". "Dann erzähl mir das Andere auch." sage ich. Sie lacht "das ich langweilig bin"
Saskia

Um ihre Portraitfotos zu machen klettern wir über einen Zaun in einen verwilderten Garten. Sie klettert voran und nimmt mir das Kamerastativ ab, damit ich leichter über den zaun komme. In hüfthohem Gras machen wir die Fotos.



Vanessa


"Damit alles genau so ist wie ich es hier am liebsten habe, müssten wir eigentlich Pommes mit Currywurst kaufen" sagt sie. Nachdem wir das Foto an ihrem Lieblingsplatz gemacht haben, sitzen wir nebeneinander, gucken aufs Wasser und essen zusammen die Pommes auf.
 Özge


Nachdem ich die Fotos gemacht habe, sitzen wir noch lange auf dem Baumstamm, ihrem Lieblingsplatz und unterhalten uns übers Reisen, die Zukunftspläne die wir haben und das was uns wichtig ist. Irgendwann bringt sie mir ein Lied bei.
 Saskia Marie

Am Anfang ist sie unsicher, weil sie plötzlich vor der Kamera so sehr im Vordergrund steht. Dann bringe ich sie zum Lachen und es ist egal.



Der Schwerpunkt 

 dieser Arbeit liegt auf jungen Frauen und ihrem Blick auf unsere Welt, sowie ihr Versuch sich in unsere Gesellschaft hinein zu fügen. Als junge Frau steht man einer vielzahl von Möglichkeiten gegenüber. Nichts ist völlig ausgeschlossen, es gibt tausend Ideen, welche Richtung man in seinem Leben einschlägt. Das kann einen Überfordern und ich bin mir sicher, dass jeder zumindest einmal den Anflug von Überforderung verspührt hat. Viele Möglichkeiten zu haben ist aber trotzdem auch etwas schönes. Es bedeutet Freiheit und vor allem Vielfältigkeit. Vielfalt ist auch das was unsere Gesellschaft schafft bei dem Versuch tolerant zu sein, niemanden mehr in seinen Rechten zu beschneiden oder zu diskriminieren. Das ist noch nicht überall geschafft und von einer wirklich toleranten Welt sind wir wohl noch etwas entfernt und trotzdem hat sich besonders im letzten Jahrhundert viel Gutes entwickelt, gerade was Emanzipation und Frauenbewegung anbelangt. Die vielen Möglichkeiten, die tausend Zukunftsperspektiven und offenen Türen sind ein Resultat davon. Und trotz der vielleicht manchmal vorhandenen Tendenz zur Überforderung kristalisiert sich bei jeder jungen Frau eine Richtung heraus und vor allem auch eine Art die Welt zu verstehen. In diesem Projekt spielen die jungen Frauen die ich porträtiere die Hauptrolle. Es geht um ihre Persönlichkeit uns Ausstrahlung. Die jungen Frauen die ich porträtieren durfte sind keine Projektionsfläche für Kunst, sondern es soll ihre persönlichkeit sein, die sich in den Fotos widerspiegelt.

Schönheit.

Jedes Mädchen ist schön, auf seine ganz eigene Art. Jeder Mensch schafft es in mir diesen einen Moment auszulösen, in dem ich ihn angucke und mir plötzlich auffällt wie schön er ist. Bei manchen Menschen dauert es länger, bei anderen ist es schon im ersten Moment so. In den Portraitfotos wollte ich etwas von dieser Schönheit einfangen und abbilden.


Lieblingsplatz.  

 Ein Ort an dem man sich wohlfühlt ist ein Ort an den man gehört. Wo man nicht aus dem Rahmen fällt und die innere Einstellung komplett mit dem äußeren Umfeld übereinstimmt. Jeder hat Orte an denen er sich wohlfühlt, und sie sind ein kleiner Schritt dahin seinen "Platz in der Welt" zu finden. Man erfährt viel über einen Menschen, wenn man sich die Orte anschaut an denen er seine Zeit am liebsten verbringt. Genau deshalb heißt der zweite fotografische Teil dieser Arbeit "Lieblingsplätze" und zeigt wohin mich die Mädchen, die ich porträtieren durfte, mitgenommen haben. Ich wollte die Stimmung des Ortes und damit etwas vom Wesen der Person einfangen und zeigen. Der "Lieblingsplatz" in dieser Arbeit soll darstellen, auf welche Art es jungen Frauen gelingt, ein Teil dieser Welt zu sein. Womit sie sich identifizieren können, aber uch ihre Zufluchtsgebiete und Terretorien.

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