10/07/2014

"I am good at protecting people"


Das Bridge House. Sieht wunderschön aus von Außen ;)

Das erste Lebenszeichen von meinem Arbeitsplatz, aus dem einfachen kleinen Grund, dass es mir nicht so gut ging. Vor 4 Tagen bin ich angekommen im beschaulichen kleinen Skibbereen und habe Mona kennengelernt und natürlich das Bridge House, das kleine Bed&Breakfast in dem ich arbeite und das sie (alleine!) führt, mit eigenen Augen gesehen. Das war viel auf einmal und das ist es auch immernoch und das unwohle Gefühl in meinem Bauch schiebe ich einfach darauf.

Zunächst ein paar Worte über Mona. Ich kann sie schwer einschätzen und das macht meine Zeit hier im Moment vielleicht auch noch ein bisschen schwer. Was ich bis jetzt weiß ist, dass sie ziemlich straight ist, sowohl bei den Dingen die sie tut, als auch wie sie mit den Menschen um sich umgeht. Also mit mir. In den vier Tagen die ich bis jetzt hier gearbeitet habe habe ich schon zwei sehr direkte Ansagen a la „du bist die die für mich arbeitet und nicht umgekehrt“ kassiert. Mona verlangt das man mitdenkt, niemals sinnlos rumsteht und sie von sich aus fragt, was es noch zu tun gibt. Und das ist ja auch gut, das verstehe ich. Aber ich verstehe nicht, warum ich drei Stunden länger arbeiten muss als im Vorhinein festgelegt, weil sie der Meinung ist, ich würde zu langsam arbeiten. Ich verstehe das nicht, weil das nicht die Art ist mit Menschen umzugehen, die ich für gut halte und ich verstehe das nicht, weil ich mir wirklich Mühe gebe. Ich verstehe auch nicht, warum Mona mir sagt, dass es zu teuer für sie wird Essen für mich zu kaufen wenn ich weiter so langsam arbeite. Was ich esse sind nicht mal 10 Euro am Tag, was ich arbeite sind meistens 7 Stunden. Da ist das Essen selbst bei langsamer Arbeit lange ausgeglichen. Monas einzige Gehilfin zu sein ist eine Aufgabe für sich und zuerst dachte ich, dass es vielleicht eine gute Möglichkeit für mich ist zu lernen, wie ich selbst mit schwierigen Menschen unter schwierigen Bedingungen gut auskomme. Mittlerweile denke ich aber, dass die Situation vielleicht auch noch für etwas anderes gut sein könnte: zu lernen herauszufinden was das Beste für mich ist, mich in Selbstverantwortung zu üben und die Zeit hier vielleicht doch nicht „durchziehen“ zu müssen. Ich denke ich bleibe hier nicht ewig. Vielleicht werde ich noch ein bisschen in Irland herumreisen und vielleicht werde ich einen anderen Ort finden an dem ich bleiben 
kann. 

Mona würde ich dann zum Abschied sagen: „Du hast gesagt, dass du gut darin bist Menschen zu beschützen. Meine Angst vorm Reisen hatte aber niemals mit gefährlichen Städten, klaren Regeln oder dem Bedürfnis nach einer Führungsperson zu tun, sondern immer nur damit, vielleicht an einem Ort zu landen, an dem ich mich nicht wohlfühlen werde. Ich glaube du hast mich missverstanden“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen