10/15/2014

All die Orte auf der Welt

Es wurde Zeit zu gehen, als Mona in einem Gespräch in dem ich versuchte anzusprechen, dass es für mich problematisch ist mehr Stunden arbeiten zu müssen weil ich zu langsam bin, mit dem Satz „you are wasting my time“ reagierte. Ich brauche ihn nicht zu übersetzen. Eindeutig ist: sie wollte mir nicht zuhören. Eigentlich war es schon Zeit zu gehen, als ich anfing jeden Morgen mit einem unguten Gefühl aufzustehen und immer weniger zu essen, weil der Satz „es ist zu teuer das Essen für dich zu bezahlen, wenn du so langsam arbeitest“ wie ein Warnschild in meinen Gehirnwindungen festsaß. Eines Morgens habe ich plötzlich realisiert, dass Mona eine Person ist, die es tatsächlich geschafft hat mich glauben zu lassen ich hätte Grund mich schlecht, klein und unbedeutend zu fühlen wenn ich Morgens aufstehe und die Arbeit beginne. Das war beim Geschirr abwaschen. Und ich musste plötzlich lachen, weil ich so klar vor Augen hatte, was für eine dicke fette Lüge das ist. Und dann habe ich angefangen zu singen, weil nichts in der Welt mich davon abhalten kann zu singen wenn ich das Geschirr abwasche.
Dann hat es mich ein bisschen Überwindung gekostet mich dazu zu entschließen einfach den Mona-Ort zu verlassen und irgendwo anders hin zu gehen. Wo auch immer. Die Freiheit zu gehen wann immer es einem beliebt auch zu nutzen ist manchmal nicht so einfach wie sie einfach zu haben. Gebrauch von seiner Freiheit zu machen ist aber ein gutes Gefühl kann ich nun aus Erfahrung berichten und ich glaube wenn man einmal dazu in der Lage war seine Freiheit zu nutzen ist es ein bisschen einfacher es auch ein zweites Mal zu tun.
Meinen letzten Arbeitstag lang war Mona sehr nett zu mir. So eine Art Nettigkeit bei der man nicht genau weiß, ob sie vielleicht einen Hintergedanken hat. „Alles passiert aus einem Grund“ hat sie an diesem Tag gesagt und zu diesem Satz konnte ich nur nicken und schief lächeln.
Mein nächstes „Zuhause“, selbstverständlich mit inbegriffenem Arbeitsplatz, sollte Tim sein. Und ich bin mir nicht sicher ob man an einen Ort gehen kann, der noch viel unterschiedlicher zu Monas „Bridge House“ ist. Tim lebt alleine, hat aber immer mindestens zwei Wokawayer bei sich einquartiert (in der Zeit die ich Dort verbringen sollte die beiden Spanier Alex und Clara). Er baut sein eigenes Gemüse in seinem riesigen Garten an und wohnt mitten auf dem Land. Es gibt im Moment kein Internet, schlechten Empfang und keine Heizung. Dafür aber ausgedehnte Mahlzeiten nach denen man noch lange am Tisch sitzt und über alles redet. Waldorfschule, das Franco Regime, Reisen, orangenen Käse... Und es wird viel gelacht, Abends oft gespielt manchmal ein Film geguckt. Die Arbeit ist eher körperlich. Garten umgraben statt staubsaugen und wischen. 

Seltsamerweise habe ich nach zwei Wochen das Gefühl halb Irland gesehen zu haben. Vielleicht stimmt das auch, Irland ist nicht so groß, in zwei der vier großen Städte bin ich bereits gewesen, Cork und Limerick. Und ich kenne die wunderschöne Westküste.

tausche gemütliches Zimmer mit Doppelbett...

...gegen leider etwas kälteres Zimmer in aber freundlichem Haus

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