9/16/2014

Das ist Festival

Da war ja noch das Festival auf dem ich vorletzte Woche gearbeitet habe. Sommer ist sowieso Festivalzeit und das hier war noch nicht mal ein gewöhnliches Festival, sondern irgendwie ein besonderes. Also hier mein Festivalbericht.




Es ist als hätten ein paar deiner Freunde sich zusammengentan, mit der Idee ein Festival auf die Beine zu stellen, in einer Zeit in der du mal kurz nicht ganz präsent warst. Auf dem Klo oder so. Und du kommst gerade wieder als die Idee in vollendeter Form vor dir steht und du nichts weiter tun kannst als mit vor Staunen offenem Mund dazustehen und nur noch deine Hilfe anzubieten wo sie benötigt wird. So in der Art war es bei mir.

Klar, Jeder fängt mal klein an, aber man kann auch groß anfangen. Und das Wahnsinnige ist: Dafür braucht es keine großen Leute. Es braucht nur ein wenig Entschlossenheit, den Glauben daran, dass es funktioniert und Unterstützung.

Festival heißt etwa 500 Menschen, viele Workshops, Performances, Vorträge, ein politischer Hintergrund: "Selbstbestimtes Lernen", und natürlich Musik. Festival heißt auch Gitarre am Lagerfeuer, viele Familien, guter Kaffe und Parkplatzprobleme. Für mich bedeutet das "Schulfrei-Festival" vor allem an einem Ort zu sein der mich glücklich macht, weil ich Dinge sehe die schön sind und Leute um mich habe die mich straheln lassen. Und dieses Jahr bedeutet es auch Arbeit und glücklicherweise ein Teil vom Team zu sein.



Das schönste ist einfach so in dieses Festival-Organisationsteam aufgenommen zu werden, ohne irgendwelche Fragen. Einfach da zu sein, zu helfen, aufzubauen und die "Bevor-Show-Partys" auf dem Flur zwischen Kästen voller Aufbaumaterialien mitfeiern zu können. Wärend ich nämlich im Dunkeln mit den anderen zu lautem Beat tanze fühlt sich alles total egal und trotzdem super wichtig an. Egal wo du vorher warst, egal wo du später hingehst. Jetzt sind wir alle zusammen und das ist wichtig. Vielleicht haben wir alle Probleme, die uns zu schaffen machen und vielleicht tanzen wir gerade gemeinsam darüber hinweg. Wer weiß das schon.

Das schönste ist, diese Menschen zu kennen und Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen und das niemals das Gefühl aufhört, dass das die Leute sind, mit denen man etwas auf die Beine stellt.. immer wieder. Da ist es fast unwichtig, ob das jetzt ein Festival ist, das man ein Jahr lang vorbereitet oder ein Lied was man zusammen schreibt und im Studio aufnimmt.

Es gibt die Zeit vor dem Festival, es gibt die Zeit des Festivals und es gibt die Zeit nach dem Festival. Alles wie ein kleiner Traum in dem viel gearbeitet wird und alles glücklicherweise seinen Gang geht. Das "Team" hat viel zu wenig Zeit für tiefgründige Gespräche am Lagerfeuer und allen Menschen so viel Zeit zu schenken wie es gerne würde. Das "Team" rotiert, schläft, rotiert weiter und das was aus der Hand in Hand Arbeit hervor geht ist für Jeden eine gute Zeit und eine atemberaubende Stimmung. Wenn man sich wärend des Festivals auf dem Platz begegnet schaut man sich kurz ins Gesicht "Müde?" und nimmt sich in den Arm "Aber geiles Festival, oder?".


Erst als alle Menschen wieder vom Platz verschwunden sind und es wieder ruhig wird, macht sich die Erschöpfung bemerkbar. Am ersten Nachfestivalllabend ist die Stimmung so weit unten das die versammelte Mannschaft in den Seilen hängt. Tonnen an Essen sind übrig geblieben, Tonnen von Erschöpfung auch. Tanzpartys im Flur gibt es erst einen Abend später wieder, als jeder ein bisschen verloren gegangenen Schlaf nachgeholt hat. Ich habe auch etwas nachgeholt, was eigentlich schon längst klar war: Im nächsten Jahr bin ich ein Teil von der Crew des Schulfrei Festivals. Ganz offiziell.



www.schulfrei-festival.de
www.facebook.com/SchulfreiFestival?fref=ts

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